DigitalFussball.de Logo

Exklusiv: Interview mit Max Randerath von Fussball-Geld.de

Fußball ist heutzutage nicht mehr nur Sport, sondern ein Milliardengeschäft. Während die Weltmeister der 54er Mannschaft noch eine Prämie von 1000 D-Mark Prämie und 200 DM pro Einsatz vom DFB erhielten, wird der Weltmeister in diesem Jahr alleine von der FIFA eine Rekordprämie von 35 Millionen US Dollar erhalten. Dem DFB ist der Titel nochmal fast 7 Millionen Euro wert. Mit Javi Martínez, Mario Götze, Edin Dzeko, Mario Gómez, Manuel Neuer und Henrikh Mkhitaryan stammen die sechs höchsten Transfererlöse in der 50-jährigen Geschichte der Bundesliga aus den vergangenen fünf Bundesliga Saisons. Der FC Bayern München erzielte im letzten Jahr einen Rekordumsatz von 432,8 Millionen Euro und in England wurden für die TV Rechte der Champions League und Euro League erstmals über eine Milliarde Euro von dem zur British Telecom gehörenden TV-Sender BT Sport bezahlt.

Der Frankfurter Sportmamanagementstudent Max Randerath hat sich diesem Thema angenommen und berichtet auf seiner Website www.Fussball-Geld.de über die wirtschaftlichen und rechtlichen Hintergründe im Fußball. Innerhalb von nur einem Jahr hat er es mit seiner Seite geschafft das Interesse von Journalisten aus dem In- und Ausland zu wecken und 30.000 Besucher pro Monat auf seiner Seite zu ziehen. Digitalfussball.de hat mit Max Randerath ein Interview zu Fussball-Geld.de geführt:

Wie bist Du auf die Idee gekommen eine Website zu gründen, die sich auf die wirtschaftlichen und rechtlichen Hintergründe im Fußball fokussiert?
Während meines Jurastudiums habe ich immer mehr Interesse am Sportrecht, insbesondere dem Fußball-Recht entwickelt. Abgesehen von Büchern, Zeitschriften und einzelnen Urteilen, war es allerdings relativ schwer etwas zum Thema zu finden. Da ich gerne schreibe und mich das Thema interessiert hat, habe ich einfach geschrieben. Da ich wusste, dass es Leute gibt, die dasselbe Interesse haben wollte ich einfach mein angeeignetes Wissen mit anderen Teilen.

Bei den wirtschaftlichen Themen war es ähnlich. Nur das dort das Interesse deutlich höher ist. Da ich selbst meine Zukunft auch eher im betriebswirtschaftlichen Bereich sehe, liegt dort nun der Schwerpunkt.

Seit wann betreibst Du Fussball-Geld.de und hattest Du schon vorher Erfahrung im Betreiben von Websites?
Ich habe gar keine Erfahrung gehabt, also bei null angefangen. Ein Auslandsaufenthalt 2011/12 in San Francisco hat mich auf das Thema Blog/Website sehr neugierig gemacht. Dann hab ich mir das nebenbei angeeignet, was sehr zeitintensiv, aber auch enorm interessant und lehrreich war. Zunächst fing es mit einer anderen Website an (Fussball-Recht.com). Ich habe Fussball-Geld.de bereits Mitte 2012 eingerichtet. Neben ein paar Artikeln habe ich aber aus Zeitgründen erstmal gar nix gemacht. Wirklich aktiv gibt es die Seite seit Februar/März 2013. Dann habe ich beide Seiten zusammengelegt.

Gibt es in Deutschland oder im Ausland vergleichbare Seiten mit denen Fussball-Geld.de konkurriert?
Seiten die sich mit dem Thema beschäftigen gibt es natürlich. Konkurrenz habe ich aber nie wirklich wahrgenommen, was nicht bedeutet dass es keine gibt. Es gibt zwar einige sehr gute Seiten zum Thema Fußball und Finanzen. Diese gehen aber entweder sehr wissenschaftlich an das Thema Wirtschaft im Fußball heran, oder decken nur Teilbereiche wie das Marketing oder Sponsoring ab. Diese Seiten richten sich meiner Meinung nach aber eher an Leute, die tiefer in der Materie drin sind. Was für Leute wie mich natürlich auch super interessant ist. Daneben gibt es natürlich die großen Seiten wie transfermarkt.de oder kicker.de. Da dort aber das sportliche Tagesgeschehen im Mittelpunkt steht, kommen die wirtschaftlichen Aspekte meiner Meinung nach zu kurz.

Als Du Fussball-Geld.de gestartet hast, hattest Du da eine bestimmte Zielgruppe vor Augen, die Du erreichen möchtest – und wenn ja, stimmt dieses Bild mit dem überein was Du an Feedback von Deinen Besuchern bekommst?
Es fing ja mit dem juristischen Teil an. Dort war relativ klar, wen ich ansprechen werde. Genau die Leute habe ich dann auch angesprochen: Juristen, die sich für Fußball interessieren. Als der wirtschaftliche Teil kam, wurde die Zielgruppe viel größer. Gedanken über Zielgruppen habe ich mir aber nie gemacht. Das liegt aber auch daran, dass ich am Anfang keine Erwartungen hatte und einfach mal angefangen habe.

Was bekommst Du für ein Feedback von Deinen Besuchern?
Ich bekomme sehr viele Mails. Das Feedback ist durchweg positiv. Viele bedanken sich für die vielen Informationen. Es gibt auch enorm viele Anfragen von Studenten, Journalisten oder einfach nur Interessierten. Ich antworte immer gerne und freue mich natürlich sehr. Auch wenn ich nicht immer helfen kann. Die Erwartungen sind manchmal doch sehr hoch.

Was war für Dich die größte Überraschung seit dem Du die Seite betreibst und gab es so etwas wie einen besten Moment?
Einen bestimmten Moment gab es nicht. Ich hätte niemals gedacht, dass in so kurzer Zeit so viele Leute meine Seite lesen. Jede positive E-Mail freut mich deswegen. Die Radio-Interviews oder auch die Erwähnung in größeren Zeitungen sind natürlich auch tolle Momente gewesen. Auch die Kontakte, die ich durch die Seite in der kurzen Seite gewonnen habe sind toll. Das hätte ich niemals gedacht.

Neben der Website kann man Fussball-Geld.de auch auf Facebook und Twitter folgen. Wie sieht hier Deine Strategie aus?
Das hört sich vielleicht „amateurhaft“ an, aber es gibt keine Strategie. Facebook ist nicht mehr das, was es mal war. Es reicht nicht aus regelmäßig zu posten. Um Leute wirklich zu erreichen, muss man Geld bezahlen. Das ist schade. Diskussionen können so weniger entstehen. Als Beispiel: Mit 300 Facebook Likes „erreiche“ ich teilweise nur bis zu 30 Leute. Um wirklich strategisch an die sozialen Netzwerke ranzugehen brauch es Zeit und Geld. Aber ich werde wohl nicht drum herumkommen mich intensiver damit zu beschäftigen. Twitter nutze ich nur, weil es immer wieder Anfragen gab. Ich war allerdings von Anfang an nicht sehr abhängig von den sozialen Netzwerken.

Was sind die Hauptquellen für den Traffic von Fussball-Geld.de und wie viele Besucher hast Du?
Ohne Google geht gar nix. Verlinkungen wie etwa Transfermarkt.de sind enorm wichtig. Die vielen Blogs der Vereine ebenso. Dann erst kommt Facebook. Nimmt man die letzten vier Monate hatte ich in etwa 30.000 Besucher bei 100.000 Seitenaufrufen pro Monat. Im März waren es noch weniger als ein Drittel.

Die Recherche und Pflege der Seite ist sicherlich sehr Zeitaufwändig. Wie schaffst Du es Deine Besucher zu monetarisieren und was sind hier die Hauptquellen?
Die Zeit ist das große Problem. Ich schreibe einfach. Es lesen genug Leute die Seite. Aktiv neue Leser zu generieren ist enorm zeitaufwendig und auch kostenintensiv. E-Mails, Content, Kommentare, Seitenpflege und Aktualisierung, Werbeanfragen – all das kostet enorm viel Zeit. Für den Rest bleibt einfach zu wenig Zeit. Ich beantworte alle E-Mails und Kommentare. Aktiven Zugang auf potentielle Leser gibt es wenig.

Wie viel Skalierungspotential siehst Du für Fussball-Geld.de und was sind Deine Ziele mit der Seite? Gibt es vielleicht Internationalisierungspläne?
Schwierig. Ich habe unendlich viele Ideen. Wenn ich die Seite hauptberuflich betreiben könnte, wäre sicherlich einiges möglich. Das geht aber nicht. Dafür ist das finanziell zu unattraktiv. Konkrete Ziele gibt es nicht. Insgesamt will ich natürlich mehr ins Detail gehen und wirklich alle „News“ servieren. Als einzelner „Redakteur“ ist das aber fast nicht möglich. Ich würde auch gerne mit anderen Fußball Blogs zusammenarbeiten. Es gibt so viele Blogger, die vom Fach sind und soviel mehr bieten können als die „Großen“ Fußballmagazine. Auch international.

Hast Du einen Buchtipp für die Leser, die sich mit den wirtschaftlichen und rechtlichen Hintergründen tiefer auseinandersetzen wollen?
Wer sich intensiv für das Fußball-Recht interessiert kommt am „Handbuch Fußball-Recht: Rechte – Vermarktung – Organisation“ von Stopper/Lentze nicht vorbei. „Warum England immer verliert: Und andere kuriose Fußballphänomene“ von Simon Kuper finde ich enorm interessant und unterhaltsam. Bei den wirtschaftlichen Fachbüchern fällt es mir schwer etwas als besonders gut zu nennen, da gibt es viel. Aber alles sehr wissenschaftlich. Vielleicht kommt ja bald was von Fussball-Geld.de ;)

Zum Abschluss eine Frage in eigener Sache: Was soll aus Deiner Sicht nie im Fußball digitalisiert werden?
Ich bin strikt gegen Torlinientechnologie oder Chip im Ball. Vielleicht bin ich ja ein Fußballromantiker, aber dem Spiel wird dadurch einfach ein Stück die Emotion genommen. Auch aus finanzieller Sicht finde ich es nicht nötig, auch wenn ich die Vereine verstehe. Es geht zwar im Fußball um viel Geld. Aber im Großen und Ganzen werden Emotionen verkauft. Letztendlich wird für mich der Fußball dann auch finanziell daran verlieren. Aber ich glaub ich habe da eine recht exklusive Meinung.

Teilen:Facebook0Google+0Twitter0Email